Olivenhainschnitt in der Toskana: Zwischen Tradition und moderner Technik
Der Olivenbaumschnitt in der Toskana ist eine uralte Kunst, das Ergebnis jahrhundertelanger landwirtschaftlicher Erfahrung, die heute mit modernsten Anbaumethoden verbunden wird. Das Ziel bleibt unverändert: die Gewinnung eines nativen Olivenöls extra von höchster Qualität, des berühmten toskanischen grünen Goldes.
Um dieses Ergebnis zu erzielen, reicht es nicht aus, den Baum einfach nur zu "reinigen"; es ist notwendig, sein Wachstum zu lenken und sicherzustellen, dass jede Olive die richtige Menge an Licht, Luft und Nährstoffen erhält.
Ölqualität: Grundlegende Parameter
Die sachgemäße Bewirtschaftung eines Olivenhains erfordert, dass man die Ölmühle stets im Blick behält und sich vom Schnitt der Olivenbäume an das sensorische Profil des fertigen Öls vorstellt. In der Toskana ist Qualität eng mit zwei grundlegenden Parametern verbunden:
- Hohe Konzentration an Polyphenolen
- Niedriger Säuregehalt
Beide hängen vom Gesundheitszustand der Olivenbäume zum Erntezeitpunkt ab. Ein zu dichtes Blätterdach erzeugt ein feuchtes Mikroklima, das Folgendes begünstigt:
- die Ölfliege (Bactrocera oleae)
- Pilzerkrankungen wie das Pfauenauge
Aus diesem Grund muss beim Rückschnitt darauf geachtet werden, dass maximales Licht und optimale Belüftung gewährleistet sind. Ein Blatt, das ständig im Schatten liegt, produziert keine Energie durch Photosynthese, sondern entzieht der Pflanze Ressourcen und beeinträchtigt so ihr Wachstum.
Das Trainingssystem: die polykonische Vase
Für alle, die nach Exzellenz streben, ist die polykonische Vase die geeignetste Wahl. Diese Struktur umfasst:
- 3 oder 4 Hauptzweige
- Zweige mit ausreichendem Abstand zueinander
- äußere Entwicklung
Jeder Zweig endet in einer dünnen Spitze, dem sogenannten Pfeil, der die Apikaldominanz steuert. Diese Maßnahme begrenzt das Wachstum vertikaler Ausläufer und erhält die Produktion in den seitlichen und unteren Bereichen aufrecht, die ausgeglichener und leichter zu ernten sind.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Freihaltung des mittleren Bereichs des Blätterdachs. Ein freier mittlerer Bereich ermöglicht eine effektive Luftzirkulation, reduziert die Luftfeuchtigkeit im Inneren und damit das Krankheitsrisiko.
Strategische Schnitte beim Beschneiden
Effektives Beschneiden erfordert die Fähigkeit, zu unterscheiden, was entfernt werden soll:
Zu entfernende Elemente
- Ausläufer und Triebe: Sie wachsen an den Ästen bzw. am Stammfuß und entziehen dem Körper Saft, ohne dabei Oliven zu produzieren.
- Rami esauriti: l’olivo fruttifica sui rami dell’anno precedente; quelli già produttivi e penduli vanno rimossi per favorire il rinnovo
È essenziale rispettare il collare del ramo, evitando tagli a filo del tronco che impedirebbero una corretta cicatrizzazione e favorirebbero carie del legno.
Schnittzeitpunkt und Ausrüstung
In der Toskana ist der ideale Zeitpunkt für den Baumschnitt der Spätwinter, in der Regel März, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Folgende Mittel sind unbedingt zu verwenden:
- scharfe Scheren und Sägen
- saubere und desinfizierte Werkzeuge
Nach dem Rückschnitt schützt eine Behandlung auf Kupferbasis die Wunden und beugt Pilzinfektionen im Frühjahr vor.
Schlussfolgerung: Die Vorteile des richtigen Beschneidens
Sorgfältiger Rückschnitt:
- verringert die produktive Abwechslung
- verbessert die Gesundheit von Oliven
- verbessert die Aromen und die Qualität des Öls
Großartiges Olivenöl entsteht in erster Linie auf den Feldern, dank bewusster Entscheidungen, die Tradition, Beobachtung und moderne Technologie verbinden und so die Identität des toskanischen Olivenanbaus über die Zeit bewahren.
Erfahrung und Tradition des toskanischen Olivenanbaus, von der Landschaft um Arezzo bis zur Herstellung von hochwertigem nativem Olivenöl extra.